Deutsche Wirtschaft - Grossbritannien - Zwei Welten

Ich möchte Ihnen zwei parallele Welten vorstellen.

Welt Eins. 

Stellen Sie sich einen Club in Großbritannien vor. In diesem Falle ist es der Caledonian Club, unweit von den Botschaften im Belgrave Square, zwei Minuten von Hyde Park Tube Station entfernt. Ein Club für Schotten in London.

Eine stilvolle Umgebung die Ruhe und Tradition ausstrahlt. Das Personal ist äusserst hilfsbereit und freundlich – wenn gebraucht, sonst leise im Hintergrund verschwunden. Bunte Schottenröcke und Hüte gehen bedächtig an einem vorbei. Wir treten in eine gemütliche Bücherei hinein, genauso wie wir es aus den Herrenhäusern in den alten Agatha Christie Krimis kennen. Es gibt tatsächlich zwei versteckte Türen, as Bücherregale getarnt.

An einer Tischrunde sitzen bedächtige Besucher aus Deutschland. Es ist leider noch zu früh für den Whisky und Zigarren, aber es gibt Kaffee. Man hört den eingeladenen Rednern zu, wie sie über örtliche Angelegenheiten berichten, das Thema könnte gelegentlich etwas mit gemeinsamen Geschäften zu tun haben.  

Eine Oase der Geschichte und jahrhundert-alte Kultur. Die Zeit scheint still zu stehen.

Welt Zwei

Wir sitzen im Caledonian Club, Treffpunkt für die Blüte von Schottland zu Besuch in London und wegen seiner Lage in einer der renommiertesten Stadtteile der internationalen Metropole. Geschäftlich erfolgreich, ein ganzer fünfstöckiger Flügel wurde in 2006 von der Queen eröffnet.

 Räumlichkeiten sind auch für nicht Schotten verfügbar, die Internetseite (http://www.caledonianclub.com/index.php/home/1) weist diskret zum richtigen Ansprechspartner. Wikipedia und das soziale Netzwerk Facebook http://www.facebook.com/pages/Caledonian-Club/113566435359981?ref=ts haben gewidmete Seiten. Noch wird nicht in Twitter getzwitschert.

London ist zur Zeit relativ ruhig; die Nachrichten berichten von der Eurokrise, Griechenland schickt wieder eine Schockwelle durch Europa und St Pauls ist von von einem (kleinen) Zeltlager der Antikapitalisten belagert, was politisches und journalistisches Interesse erzeugt (ich schaute aus Neugierde am Vormittag vorbei).

Es ist die dritte deutsche Delegation innerhalb von zwei Monaten für mich.

Ich war mit NRW in der Belgrave Square, wo Restauratoren einen ersten Besuch vor einem Jahr nachfolgten um Kontakte weiter aufzubauen. Damals brannten einige Vororte Londons und eine kleine Nepalesische Demonstration vor der Deutschen Botschaft klang leise durch die Fenster.

In der letzten Woche unterstützte ich eine Zahntechniker-Firma (TEETH“R“US) die nun von einem stetigen Bearbeiten des britischen Marktes endlich profitiert.

Deutschlands Wirtschaftswachstum wird nämlich durch ein sehr proaktives Exportprogramm angetrieben. Die britischen Märkte stehen an vierte Stelle im Wert und für die Briten ist Deutschland einer der Haupt-Importeure.

Den Teilnehmern, eine Delegation aus Magdeburg in Verbindung mit der örtlichen IHK, ist bewusst, dass die Exportförderung von besonderer Bedeutung ist für Firmen aus Sachsen-Anhalt. Zum Glück hat das Land Eine starke Chemieindustrie die Außenkapital anlockt (und es gibt auch den Baumkuchen!). Dennoch macht es Sinn, Kleinen und Mittelständischen Firmen beim Export zu unterstützen.

Bei den Beiträgen der britischen Redner (mich mit inbegriffen) ging es darum wie man sich den britischen Markt anpasst, von der einfachen, Interesse-weckenden Begrüßung bis hin zur Land gerechten Internetpräsenz und Verpackung. Der persönliche Kontakt und Treffen in Person sind dabei die wichtigsten Ansätze; ob in ersten Ausstellungen oder vorbereitete Treffen mit einzelnen Firmen.

Allerdings stehen in Großbritannien auch die sozialen Medien zur Verfügung, da Sie hier stark aufgenommen werden. Alleine Facebook hat 30 Millionen Teilnehmer in GB und langsam bauen Firmen ihre eigenen Facebook Seiten auf. Erfahrung die hier gewonnen wird ist ebenso relevant für Deutschland wo in den letzten Monaten 75% der Bevölkerung nun internetfähig ist und von denen 50% bei Facebook sind (http://www.socialmedia-blog.de/2011/05/social-media-nutzerzahlen-deutschland-2011/).

Übrigens, noch vor dem Abschluss des Treffens stand ein englischer Bericht also Blog im Internet. Schon 14 Besucher als die Delegierten sich verabschiedeten – und 23 als dieser Beitrag geschrieben wurde. (Siehe http://miltoncontact.blogspot.com/2011/10/return-of-saxons.html).

 Zwei Welten. In welcher leben Sie?