Deutsche Handwerker im historischen Grossbritannien

Ein Hotelbrand zwei Tage vor der Ankunft einer Delegation ist schon ein Unglück. Ein darauf folgender U-Bahn Streik am Tag der Anreise deutet vielleicht auch auf Schicksal! Doch die 14 Teilnehmer aus verschiedenen deutschen Handwerksbetrieben nahmen es gelassen hin. Sie waren sogar vorzeitig am Ziel (Canning House Nr.2 Belgrave Square, London).

Diese von Marie-Theres Luetje, Handwerkskammer Duesseldorf,  geplante Markterkundungsreise, organisiert von meinem Kollegen Mark Dodsworth , Europartnerships Ltd,  wurde von NRW Internationalunterstützt. Mir fiel dabei die Rolle des Moderators/Vermittlers zu. Die Teilnehmer waren alle Experten in Restaurierung und Renovierung und wollten die Marktchancen in GB erkunden. Das volle Programm mit Firmeninformationen finden Sie hier.

In Grossbritannien fehlt die geregelte dreistufige Handwerksausbildung nach dem Schema Lehrling, Geselle, Meister. Die Teilnehmer kamen deshalb mit dieser Vorstellung eines britischen Marktes - unstrukturiert und mit viel Spielraum für schlechte Arbeit. Sie erhoften im Vorteil zu stehen.

Die britische Denkmalpflege ist aber gesetzlich geregelt. Dies wurde anschaulich durch die Beispiele in den Seminaren und Ausflügen untermauert, u.a.:

  • Prestige-Facaden in der Regent Street
  • Ein grosses Gut (Wimpole Hall) wo alte und neue Methoden im feinsten Detail angewendet wurden
  • Ein viktorianisches Reihenhaus von innen im alten Stil mit neuster Technik - und mit einem "wandshohen" Schuhschrank fuer die Designerschätze der Hausherrin!

Drei Punkte stachen hervor:
1. Die Briten erwarten und bekommen einen hohen Standard an Handwerksarbeit
2. Es gab definitiv Interesse an den Künsten der deutschen Handwerker
3. Britische Architekten und Firmen suchen nach Handwerker die diesen hohen Standard bieten

Immer wieder erfuhren wir dass, in der Abwesenheit eines Meistersystems, die Suche nach Anbietern mit der nötigen Qualität langwierig ist. Man verlässt sich mehr auf praktische Beweise als auf Titel. Wenn man einen guten Handwerker gefunden hat, dann wird er oftmals immer wieder in Anspruch genommen. (Qualität setzt sich durch!)

Welche Schritte sollten die deutschen Handwerksbetriebe nun unternehmen?

  1. Sie brauchen ausführliche Referenzprojekte
  2. Die Experten müssen aktiv britische Schlüsselpersonen und Organisationen ansprechen
  3. Alle Unterlagen müssen in Englisch verfasst sein

Wer mich und meine Vorliebe zur Zusammenarbeit zwischen Firmen kennt, wird auch den weiteren Vorschlag erkennen:

  • Deutsche Handwerksbetriebe sollten sich über die Landesgrenzen hinaus organisieren um gemeinsam erfolgreicher agieren zu können!

Einigkeit macht stark!

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E-mail Chris@miltoncontact.com   Chris Thomas, Milton Contact Ltd. +44 1223 440024